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7 Min. LesezeitAktualisiert am

Der ständige Vergleich auf Instagram & Co. und der Selbstwert

Man öffnet Instagram entspannt und legt das Handy zwanzig Minuten später mit einem schlechteren Gefühl über sich, den eigenen Körper, das eigene Leben wieder weg. Der Vergleich mit anderen läuft auf Social Media fast wie von selbst – und trifft viele Jugendliche tief. Die gute Nachricht: Wer versteht, wie dieser Mechanismus funktioniert, kann ihn entschärfen.

Worum es geht

Gemeint ist dieses leise „die anderen haben es besser“-Gefühl, das beim Scrollen entsteht: makellose Körper, perfekte Urlaube, scheinbar mühelose Erfolge. Verglichen wird sich dabei mit einer sorgfältig ausgewählten Bestenliste – gefiltert, inszeniert, herausgepickt. Es ist der Vergleich des eigenen, ganz normalen Alltags mit den Höhepunkten aller anderen.

Wie verbreitet ist das?

Sehr verbreitet, und besonders Mädchen sind betroffen. Studien zeigen übereinstimmend, dass der Vergleich nach oben ein fester Bestandteil der täglichen Social-Media-Nutzung Jugendlicher ist. Die meisten, die viel Zeit in den Feeds verbringen, kennen das „alle sind weiter als ich“-Gefühl. Euer Kind ist damit keine Ausnahme, sondern Teil einer sehr großen Gruppe.

Wann es zum Problem wird

Nicht jeder Blick in den Feed schadet. Hellhörig werden sollte man, wenn sich bestimmte Muster zeigen:

  • Nach bestimmten Accounts geht es eurem Kind zuverlässig schlechter.
  • Es vergleicht, wie die eigenen Beiträge im Vergleich zu anderen ankommen – Likes werden zur Messlatte.
  • Es bearbeitet Fotos stark oder vermeidet es, überhaupt fotografiert zu werden.

Wenn ein Feed regelmäßig kleiner statt größer macht, ist das kein harmloser Zeitvertreib mehr, sondern eine echte Belastung.

Was die Forschung zeigt

Der Vergleich nach oben senkt verlässlich den Selbstwert und kann depressive Beschwerden verstärken. Auch die WHO weist darauf hin, dass eine problematische Social-Media-Nutzung mit einem schlechteren psychischen Wohlbefinden Jugendlicher zusammenhängt. Besonders anfällig sind diejenigen, die ohnehin zum Vergleichen neigen. Das ist gut belegt – und genau deshalb ernst zu nehmen, ohne in Alarmismus zu verfallen.

Warum es so schwer ist

Die Inhalte sind gezielt darauf gemacht, beneidenswert zu wirken. Und Vergleichen ist zum Teil automatisch – das Gehirn ordnet ein und bewertet, bevor man sich bewusst dafür entscheidet. Erschwerend kommt hinzu: Oft sind es genau die Accounts, die wehtun, von denen man am schwersten loskommt. Das ist kein Charakterfehler und kein Willensproblem, sondern ein menschlicher Reflex, der hier ausgenutzt wird.

Was wirklich hilft

Nicht der Verzicht auf Social Media, sondern eine bewusste Auswahl dessen, was im Feed landet. Was vielen hilft:

  • Den Followings ehrlich aufräumen: alles stummschalten oder entfolgen, was zuverlässig schlechter fühlen lässt – ohne schlechtes Gewissen.
  • Accounts folgen, die das echte, unperfekte, ungefilterte Leben zeigen.
  • Den Feed nach der eigenen Stimmung kuratieren, nicht nur nach Interessen.
  • Sich bewusst machen: Was man sieht, ist eine Auswahl der besten Momente, kein vollständiges Leben.

Warum das funktioniert

Das Vergleichen lässt sich nicht abschalten – aber man bestimmt selbst, womit man sich vergleicht. Wer die Auslöser entfernt, setzt genau dort an, wo der Mechanismus beginnt. In der Verhaltenstherapie heißt das Reizkontrolle: Ändert man die Inhalte, ändert sich auch der automatische Gedanke, der ihnen folgt. Kleine Anpassungen am Feed wirken hier oft mehr als jeder gute Vorsatz.

Worüber es sich zu reden lohnt

Startet nicht mit Sorge oder Kritik, sondern mit echtem Interesse – in einem ruhigen Moment:

  • „Gibt es Accounts, nach denen du dich oft schlechter fühlst?“
  • „Was tut dir beim Scrollen eigentlich gut – und was eher nicht?“
  • „Wollen wir mal zusammen ausmisten, wem du folgst?“

Genau hier setzt Digital Mastery an: Beide Seiten bewerten denselben Alltag und sehen, wo der Vergleich im Feed wirklich zur Belastung wird – als faire Grundlage für ein Gespräch auf Augenhöhe statt für den nächsten Vorwurf.

Bereit, das Gespräch zu öffnen?

Digital Mastery hilft euch, digitale Medien auf Augenhöhe zu besprechen – statt darüber zu streiten.

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